Wer ist schon „weit“?

Sich weiter entwickeln, aufsteigen, höher schwingen, weiterkommen wollen…

Nicht nur in unserer Leistungs-Gesellschaft, sondern auch in der Eso-Szene sind das oft die Ziele. „Der / die Soundso ist schon ziemlich / noch nicht so weit“. Aber in was genau denn weit? Mir scheint, es gibt nicht nur eine zu erreichende Fähigkeit, in der man „weit“ ist (oder eben nicht) sondern viele verschiedene Fähigkeiten, die zusammen das Weitsein ausmachen… Und mir scheint, es reicht nicht, sich mit seinen Bemühungen auf eine Fähigkeit oder einen Bereich zu konzentrieren, in dem man weiter kommen will, denn die Gesamtheit zählt…oder?

Sagen wir mal, es gäbe pro Person eine Mess-Skala für Intelligenz, eine für emotionale Intelligenz, eine für intellektuelle Fähigkeiten, eine für übersinnliche Wahrnehmung, eine für Lebenserfahrung, eine für Weisheit, eine für Selbsterkenntnis, eine für Alltags-Tauglichkeit und weltliche Top-Skills (man könnte hier noch unendlich unterteilen), eine für Geschäftssinn… in welcher Kategorie ist es wichtig, sich weiterzuentwickeln? Jeweils in der, in der man selbst von Natur aus am schlechtesten ist? Oder in denen, die einen am meisten interessieren? Oder die einen beruflich/weltlich weiterbringen? Oder die die einen dem eigenen Seelenplan näher bringen?

Was ist Dir am wichtigsten?

Ich denke, dass in erster Linie der eigene Seelenplan schon am wichtigsten genommen werden sollte. Aber das bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass man sich nur auf die Weiterentwicklung der Fähigkeiten beschränken sollte, die in den spirituellen Bereichen liegen. Ich glaube, dass wir auf die Erde kommen, um etwas zu bewegen. Auch im Materiellen. Da sind weltliche Skills eben auch wertvoll und bringen mich der Umsetzung meines Seelenplans durchaus näher. Oft gibt es auch Wechselwirkungen und die steigenden Fähigkeiten in einer Kategorie beeinflussn eine andere postiv…

Und wen siehst Du als „weit“ an? Wen siehst Du als Lehrer an? Den der alles weiß in dem Bereich der Dich interessiert? Den der am ältesten ist? Den der hellsichtig ist? Den mit den meisten Auszeichnungen oder der höchsten Position? Den, der Dir die meiste Bestätigung gibt?

Mich persönlich kann man als Lehrer nur schwer beeindrucken, ich bin immer recht kritisch gegenüber jenen, die mir als Lehrer vorgesetzt werden. Nur zu wenigen kann ich aufschauen wie zu einem „Meister“ und das sind die, die in mehreren der Kategorien die ich oben genannt habe, weit oben auf der Skala sind. Menschen, die sowohl spirituell als auch im Alltagsleben „hoch entwickelt“ sind. Die sich darüber bewusst sind, dass es auch die anderen Kategorien gibt und die eine Relation sehen zwischen ihren eigenen unterschiedlichen Fähigkeiten. Menschen die weise genug sind, zu wissen, in was sie nicht gut sind und die authentisch genug sind, offen zuzugeben, dass sie diese Aufgaben dann lieber an jemanden abgeben, der es besser kann, auch wenn sie stets bemüht sind, selbst mehr zu lernen.

Ich denke es ist immer wichtig, auch zu hinterfragen, zu spüren, was sich stimmig anfühlt und was nicht. Immer wieder auch über den Tellerrrand zu schauen, was gibt es noch, in was ich weiter kommen könnte? Was bringt mir die Möglichkeit zu Wachstum im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung? In diesem Sinne kann jeder ein Lehrer sein. Jeder Mensch dem ich in meinem Alltag begegne kann mir für etwas als Beispiel stehen, von dem ich lernen kann. Aber nur, wenn ich mir dessen bewusst bin.

Da sind wir wieder beim bewusst sein. Bewusst in was? Jemand kann spirituell weit sein, im Sinne von „sich seiner selbst als göttliches Wesen bewusst“, also auf der Skala der Erleuchtung ist er weit oben bei den Profis unterwegs, und trotzdem ist ihm vielleicht nicht bewusst, was für andere Bereiche es noch gibt, in denen er unter Umständen noch in der Anfänger-Liga spielt. Man kann sich so vieler Dinge bewusst sein…oder eben nicht. Wer ist schon „weit“ in allem?

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