Was ist wichtig?

Wenn ein Tag nicht mit einem geregelten festen Ablauf daher kommt, dann fragt er Dich: Was ist wichtig? Du darfst selbst entscheiden. Deine Prioritäten bestimmen, was Du aus diesem Tag machst. Und welcher Teil von Dir beantwortet diese Frage meistens? Bestimmt Dein Verstand, die Vernunft, das gute Gewissen, die Disziplin? Oder das Bauchgefühl, die Intuition, hörst Du auf Dein Herz und die Stimme Deiner Seele?

Ich hatte heute einen solchen Tag. Was ist wirklich wichtig? Die Steuererklärung, die ich jedes Monatsende mache, um sie am 1. oder 2. des Folgemonats in die Post geben zu können? Oder doch eher die mails, die beantwortet werden „müssen“? Ich habe mich dafür entschieden, erstmal die Pflanzen auf dem Balkon winterfest einzupacken. Denn wenn es heute Nacht Minusgrade gibt, dann ist es für die Pflanzen ein großer Unterschied, ob ich das heute oder erst morgen mache. Und schließlich sind das ja lebendige Wesen, für die ich die Verantwortung trage. Die Steuererklärung ist dagegen doch nur totes Papier, das kann einen Tag warten.
Und dann rief eine gute Freundin an und es war wirklich wichtig für sie und für mich, dass wir miteinander sprechen. Sie ist mir noch viel wichtiger als die Pflanzen auf demBalkon.
Und dann trieb mich meine innere Stimme an, zu singen. Ich fand mich vor meinem Instrument sitzend und sang, ohne dass ich mich erinnern konnte, mich bewusst dazu entschieden zu haben, dies der Steuererklärung vor zu ziehen. Wenn soetwas geschieht, ist man entweder jemand, der nicht so viel Disziplin besitzt und dem es ständig so geht und der die Steuererklärung erst viele Monate zu spät macht, wenn überhaupt… oder, wie in meinem Fall, es ist tatsächlich drängend, so dringend, dass die Disziplin außer Gefecht gesetzt wird. Die Seele drängt: genau heute, genau dieses Mantra, genau jetzt will es in den Raum gesungen werden.
Am liebsten würde ich jetzt direkt das gesungene Mantra hier posten, aber da kommt meine Vernunft und sagt: Jetzt aber erstmal die mails und die Arbeit. Wenn ich also das nächste Mal frei habe, höre ich mir das Mantra an und bereite es für den upload vor.

Heute bleibt mir vom Tag ein gutes Gefühl, ein Gefühl, nah an der Essenz der Dinge zu leben.
Und die hat rein garnichts mit der Steuererklärung zu tun, sondern mit Pflanzen, Freundinnen und der Stimme meiner Seele.

 

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